strategischer Einkauf neu gedacht bei smartbusinessfails
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Teuer, langsam, planlos – Der wahre Grund, warum dein Einkauf dich gerade Geld kostet

Strategischer Einkauf statt Kostenfalle – wie dein Unternehmen sich selbst sabotiert

Früher war der Materialeinkauf ein Abwickler. Bestellungen, Lieferanten, ein paar Excel-Listen – fertig. Heute ist das Thema brisanter denn je. Und gefährlicher. Denn viele Mittelständler übersehen, dass ausgerechnet dort das größte Risiko und der größte Hebel zugleich liegt. Willkommen zu einer neuen Folge von SmartBusinessFails – diesmal geht’s um deinen Einkauf. Oder besser: um die unterschätzte Geldverbrennungsmaschine in deinem Unternehmen.

Der Einkauf wird zur Chef-Sache – ob du willst oder nicht

Noch vor ein paar Jahren war der Einkauf irgendwo im Hintergrund. Wer bestellt was, wer kennt den Lieferanten, wann kommt’s? Meistens regelten das gut eingearbeitete Mitarbeiter mit Bauchgefühl und alten Preislisten. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Heute fragen Geschäftsführer nicht mehr nur nach Umsatz und Kostenstellen. Heute geht’s um Lieferengpässe, Preissprünge, Abhängigkeiten von China, Energiezuschläge, Rohstoffverfügbarkeit und ESG-Vorgaben. Wer nicht weiß, was seine Lieferkette kostet, blockiert das gesamte Unternehmen. Der Einkauf ist nicht mehr operativ. Er ist Teil der Unternehmensstrategie. Der strategische Einkauf gehört deshalb direkt an die Seite der Geschäftsleitung. Mehr zur Strategieberatung für KMU

Preissteigerungen und Preiskonfusion – Willkommen im Blindflug

Gerade im Einkauf zeigt sich, wie naiv viele Unternehmen mit Zahlen umgehen. Die Preise steigen? Klar, aber was genau ist teurer geworden? Und um wie viel? Auf welcher Grundlage wird entschieden, ob ein Lieferant bleiben darf?

Ein Klassiker: Der Lieferant schickt eine neue Preisliste mit 12 % Aufschlag. Die Reaktion im Einkauf? Schulterzucken – man hat ja keine Alternative. Also wird bezahlt. Ohne Nachverhandlung, ohne Analyse, ohne Kalkulation. Und das wiederholt sich. Monat für Monat. Was ist die Folge? Klar – die Verkaufspreise steigen. Und was folgt dann? Die Kunden schauen sich um. Irgendwo ist immer einer günstiger. Und so beginnt die Spirale: Die Marge schmilzt, der Umsatz sinkt, der Druck steigt – und am Ende steht der Chef da und fragt sich, warum er plötzlich nicht mehr konkurrenzfähig ist.

Lager voll mit falschen Teilen – Der Klassiker

Gekauft wird oft, was nicht gebraucht wird. Währenddessen fehlen die wirklich nötigen Komponenten. Klar – für die 100 Stück gab es Rabatt. Aber was macht man jetzt mit den 99 Restteilen? Die liegen. Und dann heißen sie intern nur noch „Penner“. So entsteht totes Kapital. Beschaffungslogistik geht anders.

Regionale Beschaffung – der neue Vorteil

Praxisbeispiel: Ein Maschinenbauer bestellte jährlich 100.000 Kleinteile in China – Stückpreis 2,90 €, Fracht/Zoll/Versicherung: 11.000 €. Effektiv: 3,01 €. Regionaler Anbieter bot 3,20 € inkl. Lieferung. Nach Verhandlung: 3,10 €.

Ergebnis: 0,09 € Ersparnis pro Stück = 9.000 € + 4.200 € Lagerkostenersparnis.
Gesamt: über 13.200 € pro Jahr. Dazu kein Transportstress, keine Zölle, keine Verzögerungen. Warum Digitalisierung dazugehört

Skonto als unterschätzte Macht

Praxisbeispiel: Ein Handwerksbetrieb nutzte Skonto bei 540.000 € Materialeinkauf. Ergebnis: 2 % Skonto = 10.800 € jährliche Ersparnis. Zusätzlich: bessere Lieferantenbindung, bevorzugte Belieferung in Engpässen. Wer nicht aktiv Skonto einfordert und termingerecht zahlt, wirft Geld zum Fenster raus.

Finetrading – Die Einkaufslösung ohne Kreditlinie

Finetrading ist eine alternative Einkaufsfinanzierung, bei der ein externer Dienstleister deine Lieferantenrechnung sofort begleicht. Dein Unternehmen bekommt dadurch verlängerte Zahlungsziele – typischerweise 60 bis 120 Tage. Das schont die Liquidität, entlastet die Kreditlinie bei der Bank und gibt dir Spielraum für Skonto, saisonale Spitzen oder Lageraufbau – ohne klassische Finanzierung.

Die typischen SmartBusinessFails im Einkauf

  • Niemand weiß, wer bestellen darf – jeder darf.
  • Preislisten werden übernommen, ohne zu prüfen.
  • Rahmenverträge laufen stillschweigend weiter – mit schlechten Konditionen.
  • Es gibt keine einheitliche Beschaffungslogistik – jede Abteilung macht, was sie will.
  • Skonto wird nicht genutzt, weil keiner zuständig ist.
  • Lieferantenabhängigkeit wird ignoriert – bis es knallt.

Was du jetzt tun kannst

  • Materialeinkauf analysieren: Was, wie viel, von wem?
  • Rahmenverträge jährlich prüfen – inkl. Preisgleitklauseln.
  • Skonto systematisch nutzen – Software hilft.
  • Finetrading prüfen – oft günstiger als jede Kreditlinie.
  • Regionale Lieferanten bevorzugen – Risiko reduzieren.

Fazit

Der Einkauf ist keine nachgelagerte Funktion. Er ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Wer hier nicht professionell denkt, verliert jeden Tag Geld – unbemerkt. Wenn du wissen willst, wie dein Einkauf besser werden kann, dann lass uns reden.

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